Next-Day-Delivery und innovative Logistiklösungen

„Heute bestellt. Morgen geliefert“, verspricht CERATIZIT. Bestellungen, die bei dem Hartmetallhersteller bis 19 Uhr eingehen, kommen noch am selben Tag in den Versand – und erreichen den Besteller zuverlässig am nächsten Werktag. Next-Day-Delivery funktioniert nicht nur deutschlandweit, sondern dank dem nahegelegenen Flughafen Memmingen auch in fast alle Regionen Europas. „Die Erfolgsquote des Versandservices ist mit 99,9 Prozent höher als die von Amazon“, sagt Dr. Jens Ludwig, Principal Consultant bei io. Er muss es wissen. Schließlich trug er dazu bei, dass CERATIZIT sein Zustell- Versprechen halten kann.

Ein interdisziplinäres Team von io organisierte und begleitete die Logistikplanung und die Einrichtung der Lager- und Fördertechnik inklusive der erforderlichen IT-Landschaft am CERATIZIT-Standort in Kempten. Das neue Versandzentrum des international gefragten Produzenten von Zerspanungswerkzeug ging dort Anfang 2022 in Betrieb. Es misst 17.000 Quadratmeter und befindet sich unweit des in die Jahre gekommenen Lagers, dessen Weiterbetrieb sich nicht aufrechterhalten ließ. „Es war an seine Grenzen angelangt. Wachstum war dort nicht mehr möglich, weswegen CERATIZIT sich für einen Neubau entschied – inklusive neuer Technik, denn das bestehende Automatiklager ließ sich nicht wirtschaftlich umziehen“, erklärt Ludwig.
 

Das hohe Gewicht der Artikel macht die Lagerung und den Transport anspruchsvoll.

Portrait Jens Ludwig
Jens Ludwig Principal Consultant bei io
Fördertechnik

Die 2,7 Kilometer lange Fördertechnik bringt täglich rund 4.500 Pakete zu den Kommissionier- und Packstationen

Das neue Logistikzentrum bringt täglich etwa 4.500 Pakete an Kunden aus aller Welt auf den Weg. Es verfügt über rund 90.000 Lagerplätze in sieben Gassen, zwölf Pickund 26 Packplätze. Gebäude und Anlage erlauben eine Verdoppelung von Leistung und Kapazität. Damit bietet das neue Zentrallager Potenzial für weiteres Wachstum sowie die Integration weiterer dezentraler Läger in der CERATIZIT-Group. Seine Kommissionierungstechnik ist hochautomatisiert. Sie verfolgt das Ware-zu-Person-Prinzip und verfügt über moderne Verfahren wie Pick-by-Light und Put-to-Light. Das Gesamtpaket an clever verbauter Technik gewährleistet einen reibungslosen und höchst effizienten Transport der einzelnen Artikel über insgesamt 2,7 Kilometer lange Fördertechnik zu den einzelnen Kommissionier- und Verpackungsstationen. „Für einen Hidden Champion wie CERATIZIT ist das definitiv ein Wort“, attestiert Ludwig.

„Das Lagerlayout haben wir buchstäblich vom leeren Blatt aus geplant“, erklärt er weiter. „Gemeinsam mit den Verantwortlichen ordneten wir Lagerflächen auf dem Grundrissplan an. Nach einer sorgfältigen Auswertung der aktuellen Bestands- und Auftragsdaten sowie einer Hochrechnung mehrerer Wachstumsszenarien über den Planungshorizont, gelangten wir schließlich zum finalen Konzept. Es beinhaltet sämtliche Layoutaspekte des fertigen Logistikzentrums wie Erweiterbarkeit, Ergonomie bei den Abläufen und den Verlauf der Fördertechnik.“ Wobei für die Anforderungen von CERATIZIT einige Aspekte speziell zu beachten waren. „Aufgrund der versprochenen Next-Day-Delivery und der Bestellspitzen am Nachmittag ist die Anlage auf mehr als das Doppelte der Durchschnittslast ausgelegt. Schließlich müssen die Produkte ja verfügbar sein, um rechtzeitig zum Kunden zu gelangen“, erklärt Ludwig. Die Verbuchung der Waren erfolgt daher noch direkt im Lager durch KEP-Dienstleister, die die Pakete mit Sprintern für den Weiterversand in die entsprechenden Hubs überführen. Die Integration der Lagerautomation und -prozesse in SAP S/4 HANA mit EWM und MFS stellt auch auf der IT-Seite durchgängige Prozesse und Strategien sicher. Hier unterstützten die Spezialisten von io die Logistikkollegen mit Rat und Tat.

Außenansicht des Lagers von Ceratizit

Der CERATIZIT-Standort in Kempten verfügt über rund 90.000 Lagerplätze

Schwachpunkte identifizieren, Grenzsituationen ausloten

Um das Funktionieren auch in Grenzsituationen sicherzustellen und eventuelle Schwachpunkte zu identifizieren und beseitigen, wurde die geplante Anlage und die spätere Erweiterungsstufe zu Beginn der Realisierung simuliert. 

Weitere und vollkommen individuelle Anforderungen wurden durch das CERATIZITSortiment selbst begründet. „Da geht es um Hartmetallwerkzeug für die Metallbearbeitung. Das heißt: Die Legierungen enthalten Wolfram – ein Schwermetall, das schwerer ist als Blei“, berichtet Ludwig. „Das hohe Gewicht der Artikel macht die Lagerung und den Transport anspruchsvoll. Außerdem verlangt es ein besonderes Augenmerk, wenn es um die ergonomischen Aspekte bei der Gestaltung der einzelnen Arbeitsplätze geht.“

Speziell war schließlich auch der schrittweise Go-Live des Logistikzentrums: Neben der von io strukturierten Test- und Inbetriebnahme wurde zusätzlich ein von CERATIZIT initiierter Logistik-Testtag durchgeführt. Dabei galt es, einen normalen Werktag zu simulieren – mit allen Sonderfunktionen. Nicht zu vergessen das übergeordnete Ziel, dass die Mitarbeiter die gesamte Anlage kennenlernen und ein eigenes Verständnis für sie entwickeln. „Wir hatten den Finger drauf, damit alles zu 100 Prozent passt“, so Ludwig. „Der Fokus lag auf der Anlage. Immerhin muss alles reibungslos funktionieren, um die Lagermitarbeiter sicher ins Boot zu holen.“

Mit dem neuen Logistikzentrum ist CERATIZIT optimal für weitere erfolgreiche Jahre gerüstet. Und mehr noch: Indem der Neubau von Beginn an darauf ausgelegt wurde, ihn auf einfache Weise vergrößern und erweitern zu können, sind die Weichen für die unternehmerische Zukunft schon heute gestellt.