Mercks neuer Standort setzt auf eine durchgängige Systemarchitektur
Die pharmazeutische Industrie befindet sich im Wandel: Wirkstoffe werden immer potenter, Entwicklungszyklen kürzer und Märkte dynamischer. Gefragt sind Produktionsstrukturen, die höchste Sicherheitsanforderungen und maximale Flexibilität mit ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit vereinen – so wie am neuen Produktionsstandort von Merck in Darmstadt. Er erfüllt den KfW-40-Standard für Industriegebäude und ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie sich technologische Exzellenz und ökologische Verantwortung verbinden lassen. Das 1668 gegründete Wissenschafts- und Technologieunternehmen ist heute ein globaler Branchenführer in den Bereichen Life Science, Healthcare und Electronics – mit mehr als 62.000 Mitarbeitenden in 65 Ländern. Merck beauftragte 2020 io mit der Planung des Gebäudes. Im September 2025 wurde es eingeweiht – als zukunftsweisendes Beispiel für ein hochmodernes Produktionsgebäude zur Tablettenherstellung unter Containment-Bedingungen.
Der Neubau mit einer Fläche von fast 14.000 m² wurde als Schnittstelle zwischen Forschung, Entwicklung und Produktion konzipiert. „Für OEB 5 Substanzen gilt ein Arbeitsplatzgrenzwert von lediglich 0,1 μg/m³– daher sind modernste Containment- Technologien unverzichtbar“, erklärt Felix Schlierenkamp, Senior Consultant bei io. Die Organisation der Wertschöpfung basiert auf geschlossenen Systemen statt manueller Eingriffe. Dies betrifft alle Produktionsschritte – vom Rohstoffhandling über Verdichtung oder Granulation, das Mischen und Sieben bis hin zur Tablettierung und Beschichtung. „Container mit Doppelklappensystemen ermöglichen einen kontaminationsarmen Transfer zwischen den Anlagen“, sagt Schlierenkamp. „Ergänzt werden sie durch Isolatoren, Rapid-Transfer-Ports, Liner-Systeme und CIP-Prozesse (Cleaning in Place).“ Das Ergebnis: eine hochzuverlässige, reproduzierbare und gleichzeitig flexibel skalierbare Produktion.
Das Gebäude ist auf variable Chargengrößen ausgelegt, um sowohl klinisches Prüfmaterial und frühe Marktvolumina als auch steigende Nachfrage abzudecken. Produkte können nun ohne Medienbrüche in den Markt gebracht werden – was die Time-to-Market spürbar verkürzen kann. „Hier zeigt sich smarte Organisation als strategischer Hebel“, betont Schlierenkamp. „Nicht die einzelne Anlage schafft Geschwindigkeit, sondern die Vernetzung der Prozesse.“
Hier zeigt sich smarte Organisation als strategischer Hebel. Nicht die einzelne Anlage schafft Geschwindigkeit, sondern die Vernetzung der Prozesse.
Die integrierte Systemarchitektur reduziert Schnittstellenrisiken, minimiert Umrüstzeiten und ermöglicht eine adaptive Steuerung der Produktionsprozesse. Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil – umgesetzt durch eine PV-Anlage auf dem Gründach, ein Geothermiesystem zur Energiegewinnung und eine Abwasserbehandlungsanlage zur Vorbehandlung kontaminierter Produktionsabwässer. Zugleich rückt der Standort die Mitarbeitenden in den Fokus: Er bietet eine moderne, motivierende Arbeitsumgebung bei Einhaltung höchster Sicherheitsstandards – dank definierter Material- und Personenflüsse, optimierter Wegeführung, automatisierter Prozesse zur Reduzierung manueller Eingriffe und eines CIP-Systems zur Minimierung belastender Reinigungsarbeiten. Der Standort zeigt, wie intelligente Organisation adaptive, vernetzte Wertschöpfung ermöglicht.
Erhalten Sie Einblicke in Best Practices, interessante Kunden und Projekte sowie branchenübergreifende Zukunftstrends.
Unteranderem: io unterstützt bei der Modernisierung des Lufthansa Cargo Centers
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