Erfolgreich in den USA: Tipps für deutsche Firmen

Sein Glück in Amerika zu suchen hat Tradition. Gerade jetzt ist der Sprung über den Großen Teich bei deutschen Unternehmen wieder schwer angesagt. Die Zeichen stehen auf Expansion in die USA – aus mehreren Gründen:

Zunächst verlagert sich die Globalisierung aufgrund internationaler Spannungen, logistischer Hürden und ökologischer Bestrebungen deutlich Richtung regionaler Produktionsketten. Gerade in den USA erstarkt der Wunsch, sich vom Außenhandel zu emanzipieren. Parallel findet in den Staaten eine regelrechte Energierevolution statt. Sie fußt auf dem 2022 verabschiedeten Inflation Reduction Act (IRA). Er ist die bedeutendste Bundesinvestition in der US-Geschichte zur Bekämpfung des Klimawandels. Daneben wird die Energierevolution vom Infrastructure Investment and Jobs Act (IIJA) befeuert, der einmalige Investitionen in die Infrastruktur fördert.

Mit den beiden Gesetzen hat der US-Kongress ein Unterstützungspaket von beispielloser Größe geschnürt. Sie gelten als enorme Multiplikatoren für private Investitionen in saubere Energie. Der IRA fördert beispielsweise E-Mobilität, Solarenergie, Offshore-Windkraftanlagen, Batteriespeicher, grünen und blauen Wasserstoff, Biodiesel, Wärmepumpen und Wohngebäude. Der IIJA zielt wiederum auf nachhaltige und erneuerbare Technologien ab – auf Wasserstoff- Hubs, Kohlenstoffabscheidung, Batterierecycling und kritische Mineralien. Daneben geht es um das Bildungssystem, um die Ausbildung von Fachkräften und um die Verbesserung des Stromnetzes. Sogar die Dekarbonisierung in schwer zu dekarbonisierenden Industrien wird angestrebt.

Ursprünglich hat die US-Regierung Subventionsleistungen in Höhe von rund 400 Milliarden. Dollar angekündigt. Aktuell geht man jedoch davon aus, dass über einen Zeitraum von zehn Jahren über eine Billion Dollar für entsprechende Zuwendungen bereitgestellt werden. Das ist immens! Es entspricht einem Viertel des deutschen Bruttoinlandsprodukts.

Ease of Doing Business Index

Einen weiteren bedeutsamen Anreiz für US-Expansionen begründet der Ease of Doing Business Index. Als bekannteste und umfangreichste Studie zu Geschäftsfreundlichkeit und Unternehmensregulierung in Volkswirtschaften bestätigt er die gängigen Klischees vom Land of the Free und dem deutschen Beamtentum: Die USA werden auf Platz 6 gelistet, Deutschland auf Platz 22 – was an der ausgeprägten Bürokratie liegt. Wer in den Vereinigten Staaten investieren möchte, muss deutlich weniger behördliche Hürden nehmen.

Dazu kommt: Die schiere Größe der USA. Nach Indien und China haben die Vereinigten Staaten die meisten Einwohner. Aktuellen Erhebungen gemäß werden die USA 2050 an vierter Stelle stehen – und weiterhin zu den größten Bevölkerungsmärkten der Welt gehören, während Deutschland mit einem Bevölkerungswachstum von zwei Prozent deutlich weiter hinten rangiert.

Natürlich ist auch die intensive Partnerschaft zwischen den USA und der EU im Allgemeinen sowie Deutschland im Speziellen bedeutsam. Wir teilen gemeinsame Werte, demokratische Prinzipien und die Idee der Rechtsstaatlichkeit. Außerdem verbinden uns tiefgehende wirtschaftliche Beziehungen, die auf den Grundsätzen der Liberalisierung und der Beseitigung von Handelshemmnissen beruhen.
Also: California, here we come? Ja, gerne. Oder auch Texas, New York und Arkansas. In den Vereinigten Staaten werden Unternehmer mit Visionen aktuell besonders herzlich empfangen.

io in den USA

io selbst hat seinen US-Standort schon 2006 eröffnet – in Bethlehem, Pennsylvania. Die Schwerpunkte seines Leistungsportfolios liegen dort auf den Bereichen Logistik, Supply Chain, Fabrikplanung und SAP. Aufträge kamen beispielsweise von BMW, Daimler, Bosch, Nature Sunshine, Rolls Royce, Whole Foods Market und Freshpet. „Aktuell bekommen wir mehr Anfragen von Large Accounts, also großen Firmen“, berichtet dazu Rupert Hoecherl, Managing Director bei io. Natürlich liege das an der wachsenden Anzahl von Referenzen. Ebenso sei jedoch der wirtschaftliche Aufschwung in Amerika bedeutsam, wie Toth ergänzt. „Er führt zu einer steigenden Nachfrage in den Bereichen Produktion und Distribution. Außerdem erreichen uns verstärkt Leistungsanfragen zur Standortwahl und zur Investitionsplanung, zu Expansionsstrategien sowie zu ganzheitlichen Projektbegleitungen.“ Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen erklärt er weiter: „Sicherlich kommen Themen wie Nachhaltigkeit und alternative Energien inhaltlich hinzu.“

Aktuell sind er und das 25 Personen starke US-Team nebst externer Freiberufler in unterschiedlichen Projekten involviert. Für das Tech-Unternehmen BELIMO betreuen sie beispielsweise die Konzeption und die Umsetzung eines neuen Produktions- und Vertriebsstandorts. Für HALKEY-ROBERTS, das Komponenten für medizinische Geräte und die Luftfahrt entwickelt, planen sie die Erweiterung des Logistikzentrums. Für den Zigarrenproduzenten JOHN MIDDLETON führen sie eine Lageranalyse durch. Für Automobilzulieferer KAMAX optimieren sie den Materialfluss, wozu sie auch die gesamte Logistik der Produktionsversorgung analysieren. Und für MTU AMERICA, einem Produzenten von Flugzeugtriebwerken, planen sie ein neues Distributionszentrum für Ersatzteile, ein neues Produktionslager und das Konzept sowie einen Standort- Masterplan für eine neue Produktionshalle. Viel los also in den Vereinigten Staaten. Wer eine US-Expansion ins Auge fasst, kann sich gerne von io inspirieren lassen: Jüngst bot das Unternehmen eine Webinar-Reihe zu dem Thema an.
 

Aktuell bekommen wir mehr Anfragen von Large Accounts, also großen Firmen. Außerdem erreichen uns verstärkt Leistungsanfragen zur Standortwahl und zur Investitionsplanung, zu Expansionsstrategien sowie zu ganzheitlichen Projektbegleitungen.

io-DigitalSolutions Manager USA Rupert Hoecherl
Rupert Hoecherl Managing Director
Golden Gate Bridge

California, here we come? Ja, gerne! Die Zeichen stehen auf Expansion in die USA.