Welche Gebäude waren am längsten die höchsten der Welt?
Der Mensch strebt nach Höherem – schon immer. Seit Menschengedenken baut er dem Himmel entgegen. Hoch zu bauen ist im Laufe der Jahrtausende zu einer Art Wettbewerb geworden. Was im Alten Ägypten begann, im katholischen Kirchenbau fortgesetzt wurde und schließlich im amerikanischen Wolkenkratzer-Wettstreit mündete, wird aktuell im Orient auf die Spitze getrieben. Mit dem Burj Khalifa steht heute das höchste Gebäude der Welt in Dubai. Mal sehen, wie lange noch: In der saudiarabischen Stadt Dschidda wird der Jeddah Tower gebaut, der bei seiner Fertigstellung wohl 1.007 Meter messen wird.
Zeit also für eine Bestandsaufnahme: Welche Gebäude hielten sich am längsten an der Spitze, bis ein anderer Bau sie überragte? Hier die Top Ten:
Ort: Gizeh, Ägypten
Dauer: ~3880 Jahre (ca. 2570 v.Chr. – 1311)
Höhe: 146,70 Meter (heute: 138,75 Meter)
Bauherr: Cheops
UNESCO-Welterbestätte: Ja. Und Weltwunder.
Übrigens: Die Cheops-Pyramide hat ein Volumen von mehr als 2,5 Millionen Kubikmetern – und wurde bislang nicht vollständig erschlossen. Erst im März 2023 wurde eine bisher unbekannte Kammer entdeckt.
Ort: Lincoln, England
Dauer: 238 Jahre (1311 – 1549)
Höhe: 159,70 Meter
Bauherr: Hugo von Lincoln
UNESCO-Welterbestätte: Nein
Übrigens: Der Sakralbau fungierte schon in zwei Filmen als „Gebäude- Double“ für das Westminster Abbey: 2005 für „The Da Vinci Code – Sakrileg“ und 2008 für „Young Victoria“.
Ort: Straßburg, Frankreich
Dauer: 227 Jahre (1647 – 1874)
Höhe: 142 Meter
Bauherr: Erwin von Steinbach
UNESCO-Welterbestätte: Ja.
Übrigens: Das „langsamste“ Zahnrad der astronomischen Uhr am südlichen Querschiff braucht für eine Umdrehung 25.800 Jahre.
Ort: Stralsund, Deutschland
Dauer: 20+74 Jahre (1549 – 1569 / 1573 – 1647)
Höhe: 151 Meter
Bauherr (der Turmspitze): Johannes Rose
UNESCO-Welterbestätte: Ja.
Übrigens: Die St.-Marien-Kirche hat als eine der wenigen Kirchen in Deutschland ein dreischiffiges Querhaus. Zwischendurch verlor sie ihre Spitzenposition an die Kathedrale von Beauvais. Bis deren zentraler Turm 1573 einstürzte.
Ort: Sakkara, Ägypten
Dauer: ~90 Jahre (~2690 v.Chr. – ~2600 v.Chr.)
Höhe: 62,5 Meter (Heute: 60 Meter)
Bauherr: Djoser
UNESCO-Welterbestätte: Ja.
Übrigens: Die Djoser-Pyramide ist die älteste und insgesamt neunthöchste ägyptische Pyramide – und eine der wenigen mit nichtquadratischer Grundfläche.
Ort: Paris, Frankreich
Dauer: 41 Jahre (1889 – 1930)
Höhe: 312 Meter (Heute: 324 Meter)
Bauherr: Gustave Eiffel
UNESCO-Welterbestätte: Ja.
Übrigens: Weit über 300 Millionen Menschen bestiegen bis heute den Eiffelturm. Der erste Eintrag im Gästebuch vom 10.6.1889 stammt vom britischen Kronprinzen (und späteren König) Eduard VII.
Ort: New York City, USA
Dauer: 36 Jahre (1931 – 1967)
Höhe: 443 Meter
Bauherr: John J. Raskob
UNESCO-Welterbestätte: Nein. Jedoch eines der „modernen 7 Weltwunder“ der American Society of Civil Engineers (ASCE).
Übrigens: Eine Aussichtsplattform des ESP war ursprünglich für die Abfertigung von Flugreisenden geplant: Luftschiffe hätten direkt an einem Mast des Hochhauses anlegen sollen. Es blieb aber bei einem einzigen Test.
Ort: Toronto, Kanada
Dauer: 32 Jahre (1975 – 2007)
Höhe: 553 Meter
Bauherr: Canadian National Railway
UNESCO-Welterbestätte: Nein. Jedoch eines der „modernen 7 Weltwunder“ der American Society of Civil Engineers (ASCE).
Übrigens: Längst zum Wahrzeichen avanciert, sollte der CN Tower ursprünglich gar nicht öffentlich zugänglich sein. Der höchste Fernsehturm der Welt war er bis 2009. Inzwischen ist er dritthöchster.
Ort: Dahschur, Ägypten
Dauer: ~30 Jahre (~2600 v.Chr. - ~2570 v.Chr.)
Höhe: 105 Meter (heute: 100 Meter)
Bauherr: Snofru
UNESCO-Welterbestätte: Ja.
Übrigens: Mit der Roten Pyramide wurde erstmals eine echte geometrische Pyramide errichtet. Sie ist die drittgrößte der altägyptischen Pyramiden – und die einzige, die keine unterirdischen Gänge hat.
Ort: Dubai, VAE
Dauer: 15 Jahre (2008 – 2023)
Höhe: 829,80 Meter
Bauherr: Die königliche Familie von Dubai sowie Scheich Chalifa bin Zayid Al Nahyan
UNESCO-Welterbestätte: Nein.
Übrigens: Gut betuchte Souvenirsammler können hier Goldbarren mit Burj-Khalifa-Logogravuren kaufen – per Gold-to-Go-Automaten, die 2011 von einem Reutlinger Unternehmen aufgestellt wurden.