Was das neue Zentrallager von WEIDMÜLLER besonders macht
Das in Detmold ansässige Unternehmen wurde jüngst in der Kategorie „Brand Strategy and Creation“ prämiert. Gerade seine Markenkommunikation wurde in diesem Zuge betont, und ebenso der Pioniergeist, wenn es darum geht, die Technologien, Konzepte und Lösungen des Unternehmens hautnah erlebbar zu machen. Da passt es natürlich gut, dass Anfang des Jahres das neue Logistikzentrum des Elektronikproduzenten in Betrieb ging: Es wird vom sogenannten Skywalk umringt. Als attraktiv gestalteter Fußweg ist er die Schwelle zu den einzelnen Bereichen des Zentrallagers. Außerdem lässt er Besucher die Komplexität der gesamten Anlage nachvollziehen. „Er ist das Herzstück des Gebäudes“, sagt Jennifer Harmon, Principal Consultant und Architekturteamleiterin bei io. Sie hat das Lager entworfen und die Generalplanung des Großprojekts begleitet.
Der neue Standort befindet sich in Thüringen, in der Nähe von Eisenach, unweit der Produktionsstätte von WEIDMÜLLER in Hörselberg-Hainich. Er vereint auf 72.000 Quadratmetern die gesamte Logistikkette: Wareneingang, Lagerung inklusive Shuttle- Lager und Hochregallager in Silobauweise, Kommissionierung und Verpackung, Konsolidierung und Warenausgang. Für Planer kommt da einiges zusammen – zumal alles hochautomatisiert ist. „Bereits die Depallettierung erfolgt durch Roboter“, erläutert Fabian Hesebeck, Principal Consultant bei io und Gesamtleiter des Projekts. „Die Kommissionierung verfolgt das Ware-zu- Person-Prinzip. Auch das Verpacken der Waren sowie der Lieferscheineinwurf und das Labeling erfolgen vollautomatisch.“ Im Zentrum stehe dabei der T-förmige Mittelbereich des Funktionsgebäudes, fahrt Hesebeck fort. „Die hier platzierte Fördertechnik bildet die Arterien des Logistikzentrums.“
Herzstuck und Arterien: Im Gespräch mit den io-Experten wird schnell klar, dass solide Planungen organisch wachsen müssen Was im Falle des WEIDMULLER-Standorts übrigens direkt am Bauplatz begann, denn er befindet sich in Hanglage. „Bei der Topografie haben wir eine Riesenherausforderung gemeistert“, blickt Harmon zuruck. „Das Gelände hat einen Höhenunterschied von 20 Metern.“ Anfangs war beispielsweise geplant, das Distributionszentrum in den Berg hineinzubauen. „Das wurde aber schnell verworfen, als sich zeigte, dass der harte Boden den Aushub sehr unwirtschaftlich machen wurde.“ Stattdessen machte das Team um Harmon und Hesebeck aus der Not eine Tugend: Das Erdgeschoss befindet sich nun am Nullpunkt, Logistik und Lager sind auf gleicher Hohe, der Überhang wurde fur die Technik genutzt. „Und wir konnten einen ansprechenden Eingangsbereich verwirklichen, der von jedem genutzt wird, der das Haus betritt“, erklärt Harmon weiter.
Blick vom Skywalk ...
Das Nachhaltigkeitskonzept von WEIDMULLER zielt neben ökologischen Aspekten auch auf die Mitarbeiter ab. Aus gutem Grund, sagt Harmon: „Mit der Zufriedenheit der Belegschaft steigt auch die Produktivität.
Das ist bewiesen. Außerdem sind zufriedene Angestellte die besten Markenbotschafter.“ Mit dem gleichen Anspruch ging Harmon schließlich auch an die Planung der Glasfassade: „Mir ist es wichtig, Architektur zu schaffen, die die Menschen unterstutzt und die Funktionalität der Einrichtung auf schone Weise fordert. Die Glasfassade hat daher klare Funktionen. Zunächst geht es um den Lichteinfall. Tageslicht verbessert die Aufmerksamkeit, steigert das Wohlbefinden und sorgt für Sicherheit, was wiederum Unfalle vermeidet. Das Glas hat daher auch unterschiedliche Transparenzen – je nach Gebäudeteil. Als transluzente Bauteile dienen die Scheiben auch der Wärmedämmung. Außerdem überdacht die Fassade die parkenden Lkw und Sprinter.“
Die TGA umfasst weiterhin auch ein Gründach und eine Photovoltaikanlage. „Das Distributionszentrum erreicht einen KfW-Energiestandard von 70“, spezifiziert Harmon. Außerdem lässt es sich im Bedarfsfall auf einfache Weise erweitern, ergänzt Hesebeck. „Der ganzheitliche Ansatz unserer Generalplanung // plus beachtet sämtliche Disziplinen – von der ersten Grundrisszeichnung bis zur Spezifikation des Lastenhefts der IT.“ Auch als das Schicksal sich per Corona-Pandemie einschlich, wurde kurzfristig alles Nötige in die Wege geleitet, um das Projekt planmäßig abschließen zu können: Der erfolgreiche Go-live erfolgte nach gerade mal zwei Jahren. Das imponierte auch Volker Bibelhausen, dem Technologievorstand und Vorstandssprecher von WEIDMULLER: „Dank der vorausschauenden und innovativen Konzeption des Logistikzentrums erfüllen wir schon heute viele Kundenanforderungen der Zukunft. So bieten wir noch besseren Kundenservice und stellen die Weichen fur weiteres Wachstum, mehr Flexibilität und Nachhaltigkeit.“
Kann sich sehen lassen: Das neue Logistikzentrum nach seiner Fertigstellung, bereits in Betrieb.
... auf die Fördertechnik.
Bei der Topografie haben wir eine Riesenherausforderung gemeistert. Das Gelände hat einen Höhenunterschied von 20 Metern.
Der ganzheitliche Ansatz unserer Generalplanung // plus beachtet sämtliche Disziplinen – von der ersten Grundrisszeichnung bis zur Spezifikation des Lastenhefts der IT.
Dank der vorausschauenden und innovativen Konzeption des Logistikzentrums erfüllen wir schon heute viele Kundenanforderungen der Zukunft.